Brauchen Sie wirklich Nahrungsergänzungsmittel? Ein praktischer Leitfaden

Erfahren Sie, wann Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind und wie Sie die richtigen für Ihre gesundheitlichen Bedürfnisse auswählen.

Apothekerin reicht einem Kunden eine Packung über den Tresen

Brauchen Sie wirklich Nahrungsergänzungsmittel? Ein praktischer Leitfaden

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Vitamintabletten, Mineralstoffpulver, Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren: Das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln ist riesig. Doch braucht man sie überhaupt? Die ehrliche Antwort: Wer gesund ist und sich abwechslungsreich ernährt, ist meist gut versorgt. In bestimmten Lebenslagen kann eine gezielte Ergänzung aber sinnvoll sein. Dieser Leitfaden hilft Ihnen bei der Einschätzung.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Rechtlich gelten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Sie enthalten Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe in konzentrierter Form und sollen die normale Ernährung ergänzen. Anders als Arzneimittel durchlaufen sie kein Zulassungsverfahren – ihre Wirksamkeit wird also nicht behördlich geprüft. Werbeaussagen sind streng geregelt: Erlaubt sind nur zugelassene gesundheitsbezogene Angaben, Heilversprechen sind verboten.

Für wen Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können

Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen eine Ergänzung vor allem in diesen Situationen:

  • Kinderwunsch und Schwangerschaft: Frauen sollten bereits vor einer Schwangerschaft täglich 400 µg Folsäure einnehmen. Auch Jod wird häufig empfohlen – bei Schilddrüsenerkrankungen nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Vegane Ernährung: Vitamin B12 steckt fast nur in tierischen Lebensmitteln und sollte bei veganer Ernährung immer ergänzt werden.
  • Wenig Sonnenlicht: Wer selten im Freien ist, bildet vor allem im Winter oft zu wenig Vitamin D. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, klären Sie am besten ärztlich.
  • Säuglinge: Sie erhalten in Deutschland in der Regel auf ärztliche Empfehlung Vitamin D, meist zusammen mit Fluorid.
  • Bestimmte Erkrankungen oder Medikamente: Manche Erkrankungen und Arzneimittel erhöhen den Bedarf an einzelnen Nährstoffen. Hier entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Wann Sie eher darauf verzichten können

Bei einer ausgewogenen Ernährung bringen zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe in der Regel keinen Vorteil. Und: Mehr ist nicht automatisch besser. Vor allem die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K speichert der Körper – bei dauerhaft hoher Dosierung sind Überdosierungen möglich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat deshalb Höchstmengen-Empfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel veröffentlicht. Achten Sie außerdem darauf, nicht mehrere Präparate mit denselben Inhaltsstoffen gleichzeitig einzunehmen.

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln beachten

Auch Nahrungsergänzungsmittel können Wechselwirkungen haben. Einige Beispiele:

  • Calcium, Magnesium und Eisen können die Aufnahme bestimmter Antibiotika und von Schilddrüsenhormonen verringern. Hier ist ein zeitlicher Abstand zur Einnahme wichtig.
  • Vitamin K kann die Wirkung blutgerinnungshemmender Mittel wie Phenprocoumon abschwächen.
  • Hochdosiertes Vitamin E oder Fischöl sollten Sie bei der Einnahme von Gerinnungshemmern nur nach Rücksprache verwenden.

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, sprechen Sie uns vor der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels an – wir prüfen gern, ob es zu Ihrer Medikation passt.

So finden Sie das passende Produkt

  • Bedarf klären: Welcher Nährstoff fehlt Ihnen wirklich? Im Zweifel hilft eine Blutuntersuchung in der Arztpraxis.
  • Auf die Dosierung achten: Sie sollte sich an den empfohlenen Tagesmengen orientieren.
  • Etikett lesen: Inhaltsstoffe, Menge pro Tagesportion und Verzehrempfehlung müssen angegeben sein.
  • Skeptisch bleiben: Versprechen wie „heilt“ oder „beugt Krankheiten vor“ sind bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht erlaubt – seien Sie bei solchen Angeboten vorsichtig.

Nein. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Obst, Gemüse und Vollkorn liefern außerdem Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die keine Tablette ersetzt.

Bei Verdacht auf einen Mangel oder bei Risikofaktoren – etwa wenn Sie selten draußen sind – kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. Sprechen Sie dazu Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an.

Nicht unbedingt. Entscheidend sind Inhaltsstoffe, Dosierung und eine gute Verträglichkeit. Wir beraten Sie gern, welches Produkt zu Ihrem Bedarf passt.

Unser Tipp: Lassen Sie sich beraten

Ob ein Nahrungsergänzungsmittel für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. In der Engel Apotheke in Heilbronn nehmen wir uns gern Zeit für Ihre Fragen – persönlich vor Ort oder telefonisch.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.